Behandlungsmöglichkeiten bei Infektionen.

Liebe Koifreunde,

Krankheitsfaktor Nummer Eins bei Koi ist Stress, schlechte Wasserqualität ist der größte Stressfaktor nämlich 24 Stunden am Tag. Immer wieder erlebe ich es das Koiliebhaber, immense Summen für die Behandlung Erkrankter Koi ausgeben, aber am Wasserwechsel und einem Qualitativen hochwertigen Futter sparen. Aber genau das ist die Voraussetzung für gesunde und kräftige Koi. Dennoch möchte ich Euch hier einige kostengünstige Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Salzbäder

Salzbäder sind dienlich zur Stresslinderung, zur Entwässrung, zur Heilungsförderung und zur Dämpfung des Infektionsdrucks durch Ektoparasiten.

Dauerbad: Behandlung zur Stresslinderung und besseren Eingewöhnung bei Neuzugängen und noch nicht perfekt eingefahrenen Filtern. Dosierung: 1 bis 3 kg auf einem Kubikmeter Teichwasser. Das Salz sollte in drei gleichen Teilen, an drei aufeinander folgenden Tagen dem Teichwasser zugesetzt werden. Die Behandlung sollte nur einige Tage dauern max. 1 bis 2 Wochen und das Salz ist durch kräftige Wasserwechsel wieder aus dem Teichwasser zu spülen. (Salz schadet Pumpen und Pflanzen)

Heilbad: Behandlung von Aufbrüchen und abstehenden Schuppen. Dosierung 5 bis 6 kg auf einem Kubikmeter Teichwasser bis zur Heilung. Die Behandlung sollte in speziellen Hälterungsbecken mit starker Belüftung stattfinden.(Mit zusätzlicher Antibiotischer Therapie.)

Kurzzeitbad: 10 bis 20 Minuten Dosierung 1 kg auf 30 Liter Teichwasser. Füllt bitte dazu zwei Wannen mit je 30 Liter Teichwasser, beide Wannen müssen stark belüftet werden, der oder die Fische werden in die erste Wanne gesetzt und jetzt erst das Salz dazu gegeben, nicht aufrühren durch den Luftausströmer löst sich das Salz langsam auf und verteilt sich über die gesamte Wassermenge, so hat der oder die Fische Zeit sich an die immer höhere Salz Konzentration zu gewöhnen. Nach maximal 20 Minuten oder sofort falls sich ein Fisch auf die Seite legt werden die Fische zur weiteren Abschleimung in die zweite Wanne gesetzt, die nur mit Teichwasser gefüllt ist. Mit dem Schleim werden Parasiten abgestoßen was zur Linderung führt, aber nicht zur Heilung. Hier wäre eine Mikroskopische Untersuchung mit anschließender Medikamentöser Therapie sinnvoller.

Verwendet nur Salz ohne Jod und Fluor zum Beispiel Salztabs zur Wasseraufbereitung oder Viehsalz 50 kg 13,00 Euro Raiffeisenmarkt. (Auf keinem Fall sollte Streusalz oder Pökelsalz verwendet werden.)

 

Bei allen Substanzen die im Wasser eingesetzt werden sind Aktivkohlefilter, Ozon und UVC Licht während der Behandlung ausschalten, zu wie stark zu Belüften.

Bakterien,Pilze,Viren.Sporen und Siliaten

5 Liter für 98,00 Euro bei Kesla auch als 1 Liter Packung erhältlich.

Infektionen mit Bakterien, Pilzen, Viren und Sporen so wie Ciliaten können sehr gut mit Wofasteril E 400 bekämpft werden. Die Dosierung sind 2,5 ml auf einem Kubikmeter Teichwasser, alle 8 Stunden über sechs Tage. In der Praxis hat sich allerdings eine einmalige Anwendung am Tag als ausreichend bewährt, auch ist es kein Problem die Behandlung für einen Tag aus zu setzen, zum Beispiel bei besonders geschwächten Koi. Die Teichdosis sollte auf mehreren Gießkannen Teichwasser verteilt und langsam auf der Teichoberfläche verteilt werden. Bitte stark belüften und Filter für eine Stunde vom Teich trennen. Wofasteril E 400 ist eine Desinfiziens und kann keine resistente Keime verursachen. Wofasteril (Peroxyessigsäure) zerfällt im Wasser zu Wasserstoffperoxyd also Wasser und Sauerstoff und Essigsäure und wird sehr gut vom Filter abgebaut, ein Wasserwechsel ist nicht zwingend erforderlich, aber dennoch sinnvoll. Die Abbauprodukte können den Algenwuchs fördern, auch kann es zu spontanen Vermehrung der Abbauenden Bakterien und somit zur Wassertrübung kommen. (Achtung ätzend)

Fachinformation und wo kann ich es kaufen.

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Haut- und Kiemenwürmer,Ichthyo, Costia und bakterielle Infektionen.( Äußerlich)

1000g für 22,30 Euro bei amazon.de

Zur Behandlung von Kiemen- und Hautwürmern, Ichthyo, Costia, bakteriellen Infektionen der Haut und Kiemen ist Chloramin T ebenfalls ein kostengünstiges Präparat. Es darf allerdings nur bei Wässern mit einer Karbonathärte von mindestens 5 Grad deutscher Härte und einem PH Wert von mindestens 7,2 Anwendung finden. Die Dosierung ist 10 bis 15 Gramm auf einem Kubikmeter Teichwasser. Jeden Tag eine Anwendung über drei bis neun Tagen je nach Erreger. Nicht bei Temperaturen unter 14 Grad einsetzen, Filter für 1 bis 2 Stunden trennen. Chloramin T sollte im Eimer mit lauwarmem Wasser zu einer Suspension verquirlt werden. Mit einer Gießkanne auf dem Teich verteilen und sehr stark belüften. (Achtung ätzend)

Kurzbad: 27 Gramm auf 200 Liter Teichwasser 3 Minuten und keine Sekunde länger.

Bei Chloramin T sollte man unbedingt die Seite Grundsätzliches beim therapieren lesen und danach handeln.

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Trichodina, Pilze, Bakterien, Haut und Kiemenwürmern sowei Fadenalgen.

Die Behandlung mit Kaliumpermanganat ist ebenfalls eine Kostengünstige Therapie gegen Trichodina Pilze, Bakterien und Fadenalgen. Ist aber immer schwieriger zu bekommen, da es auch zur Herstellung von Sprengstoff und Drogen genutzt werden kann. Die Dosierung sind 1,5 bis 2 Gramm auf einem Kubikmeter Teichwasser. Die Kristalle sind im Handwarmen Wasser unter rühren aufzulösen. Bevor man jetzt die Desinfektionslösung mit einer Gießkanne auf die Teichoberfläche aus bringt, sollte man eine Minute warten damit sich die noch nicht aufgelösten Kristalle unten am Boden absetzen. Niemals die Gießkanne ganz auskippen, es dürfen keine unaufgelösten Kristalle in den Teich gelangen, sie sinken zu Boden und können von den gründelnden Koi verschluck werden, was zum Tode führt. Der Teich muß stark belüftet werden, Filter trennen. Das Wasser bekommt eine lila Färbung, die für 5 Stunden erhalten werden muß. Sollte das Wasser vorher ins Teebraune umschlagen ist mit 0,5 Gramm auf einem Kubikmeter nach zu Dosieren. Nach dem Farbumschlag beginnt eine gefährliche Zeit für unsere Koi, es bildet sich Braunstein, Manganoxid fällt aus und hinterlässt überall einen Braunen schmierigen Film auch auf den Kiemen der Koi.(Die Koi drohen zu ersticken) Das kann man verhindern in dem man Wasserstoffperoxid (30 bis 33 % Dosierung 10 ml auf einem Kubikmeter Teichwasser.) verdünnt und mit einer  Gießkanne ausbringt. Restwirkung und Braunfärbung verschwinden in wenigen Minuten. Jetzt Wasserwechsel 10 bis 20 %. Wiederholt man diese Prozedur an drei aufeinander folgenden Tagen wirkt Kaliumpermanganat auch gegen Fadenalgen, Kiemen sowie Hautwürmern. Behandlung ab 12 Grad Wassertemperatur möglich. Schadet Pflanzen und Filterbakterien.

Kurzbad: 4 Gramm auf 20 Liter Teichwasser für max. 3 Minuten.

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Haut- und Kiemenwürmer

Eine kostengünstige Behandlung gegen Kiemen und Hautwürmern ist die Behandlung mit Flubendazol (Flubenol 5%) und DMSO wobei das DMSO als Lösungsvermittler dient, Flubenol ist nicht Wasserlöslich. Die Dosierung sind 2 Gramm auf einem Kubikmeter Teichwasser. Dazu wird die abgewogene Menge mit DMSO zu einer Breiartigen Paste vermischt. Man wartet jetzt eine gute halbe Stunde und fügt nochmal etwas DMSO dazu, bis man unter Rühren einen dünnflüssigen Brei bekommt, wieder eine halbe Stunde warten mit Wasserauffüllen und gut verrühren und mit einer Gießkanne auf die Teichoberfläche ausbringen, Teich stark belüften. Aus Sicherheitsgründen sollte die Behandlung nach 10Tagen wiederholt werden. DMSO ist sehr giftig und darf auf keinem Fall mit der Haut in Berührung kommen. (Handschuhe tragen)

Andere Dosierungen wie 6 Gramm pro cbm in warmen Wasser zu einer Suspension verquirlen, oder 4 Gramm pro cbm in Alkohol Azeton auflösen sind Schüsse ins blaue, da keiner weiß ob oder wie viel in Lösung gegangen sind. Diese Form der Anwendung ist nicht sicher und führt nur zur Resistenzbildung.

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Darmflagellaten

Darmflagellaten in geringer Anzahl gehören bei Koi schon fast zur normalen Darmflora, bei gestressten Koi können sie sich aber explizit vermehren und führen zu Entzündungen und Schädigung der Darmwand. Dann wird eine Behandlung mit Metronidazol sinnvoll. Dosierung eine Messerspitze voll Metronidazol auf einen halb mit warmem Wasser gefüllten Pott (Tasse) gut verquirlen und mit Futterpellets auffüllen, das Futter muß untergetaucht werden so viel Futter verwenden ,bist das Futter gerade noch mit der Lösung benetzt wird. Jetzt warte man bis das Futter die ganze Lösung aufgenommen hat. Gefüttert wird 2- bis 3-mal am Tag über 5 Tage lang, es darf nur getränktes Futter während dieser Zeit verfüttert werden. Ein Großteil des Wirkstoffes geht beim Füttern im Wasser und bei durchkauen verloren. Dennoch war eine Behandlung immer mit Erfolg gekrönt.

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Darmwürmer

Die verschiedensten Darmwürmer, so wie Haut- und Kiemenwürmer können sehr gut mit Praziqantel (Koi med. Worm-Ex)(besser Cyprinocur W für die Wasserbehandlung) behandelt werden. Man verfährt genauso wie unter Darmflagellaten beschrieben, nur das man nur eine halbe Messerspitze voll vom Wirkstoff verwendet. Das getränkte Futter wird 2-3 mal am Tag über drei Tage gefüttert. Nach weiteren drei Tagen die Behandlung wiederholen und insgesamt drei mal durchführen. (1g Wormex auf 100 g Futter). Während dieser Zeit darf nur getränktes Futter gefüttert werden. Da man bei dieser Form der Indikation nie genau weiß wie viel der Koi vom Wirkstoff aufgenommen hat ist es am Anfang sinnvoll wenig zu Füttern und die Koi genau zu beobachten, um die Fütterung anzupassen. Unter einer Messerspitze verstehe ich, ein Schmiermesser dessen Spitze um 5 mm bedeckt ist.

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Koi Med Worm-Ex Anleitung.pdf
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Die beiden letzt genannten Therapievorschläge basieren auf Anwendung und Versuch, zwar war eine Behandlung immer erfolgreich, da die Futteraufnahme bei Koi aber unterschiedlich ist , ist es nicht auszuschließen das es zu Unter- oder Überdosierungen kommen kann.

Medikamentöse Therapievorschläge sind Empfehlungen. Beim Umgang mit lebenden Tieren können keine allgemein gültigen Behandlungsanweisungen gegeben werden. Der Erfolg einer Therapie kann somit niemals hundertprozentig garantiert werden.

Haftungsausschluss

Der Autor ist frei von jeglicher Haftung bei Schäden an Mensch ,Tier und Material, die im Zusammenhang mit dem Einsatz der hier beschriebenen Medikamenten und Behandlungsmetoden stehen, der Einsatz erfolgt auf eigenes Risiko, ein Erfolg kann nicht garantiert werden.